Und dann bist du

einfach in der Luft

Wenn wir nicht wissen, wo wir landen, kann trotzdem ein neuer Weg beginnen.
Sie hält eine Tasse unter das warme Wasser. Fährt mit dem Schwamm über den Rand. Die Tasse ist längst sauber, aber sie spült noch einmal nach. Im Kopf geht sie den nächsten Tag durch. Was sie erledigen muss. An wen sie denken muss. Was heute liegen geblieben ist.
Dann ist er da. „Das geht nicht mehr.“ Sie steht da, die Tasse noch in der Hand. Es ist nichts passiert. Keine schlechte Nachricht, kein Streit. Nur sie, das laufende Wasser und dieser Gedanke.
Sie kennt ihn. Sonst findet sie schnell etwas, das lauter ist. Noch eine Aufgabe. Noch etwas, um das sie sich kümmern kann. Oder diesen Satz: „Ist gerade einfach viel.“ Heute hört sie sich selbst nicht mehr darüber hinweg. Sie dreht den Wasserhahn zu. „So möchte ich nicht weitermachen.“ Die Tasse steht jetzt auf der Abtropffläche. Sie bleibt am Spülbecken stehen, die Hände auf den Rand gestützt.
Es tut gut, den Gedanken endlich zuzulassen. Für einen Augenblick muss sie sich nicht erklären, warum es schon irgendwie geht. Dann kommt die nächste Frage. „Und was dann?“ Sie hat keine Antwort. Sie kennt ihren Alltag. Die Menschen darin. Die Aufgaben, die sie übernimmt.
Sie weiß, wie alles läuft und was von ihr erwartet wird. Wie oft sie „Ja, klar“ sagt, obwohl sie längst Nein meint. Wie es anders gehen könnte, weiß sie noch nicht.
Was ist, wenn sie jemanden enttäuscht? Wenn sie etwas verändert und es bereut? Wenn die anderen fragen, was sie denn stattdessen will? Sie würde gern einmal kurz auf die andere Seite schauen. Sehen, wie es dort ist. Ob sie zurechtkommt. Ob es sich lohnt.

Mit dieser Gewissheit könnte sie losgehen. Doch von hier aus kann sie die Landung nicht sehen. Es fühlt sich an, als stünde sie oben auf einer Rampe. Hinter ihr liegt das Vertraute. Vor ihr dieser Moment, in dem sie den Boden verlassen müsste, ohne zu wissen, wie sie wieder aufkommt. Sie nimmt das Geschirrtuch und trocknet ihre Hände ab. Heute springt sie noch nicht.
Aber in den nächsten Tagen fällt ihr auf, wie oft sie an diese Tasse denkt. Besonders dann, wenn sie wieder etwas zusagen möchte, bevor sie überhaupt überlegt hat, ob sie es kann. Oder will.

Eines Abends sitzt sie mit den anderen am Tisch. Es geht um die nächsten Tage. Wer wann wohin muss. Was noch zu erledigen ist. Sie weiß, an welcher Stelle sie gewöhnlich sagt: „Ich mache das schon.“ Diesmal sagt sie etwas anderes. „Mir wird das zu viel. Ich möchte, dass wir etwas ändern.“ Am Tisch wird es still. „Was meinst du? Wie denn?“

Da ist sie. Die Frage, auf die sie keine Antwort hat.
„Das weiß ich noch nicht. Aber so möchte ich nicht weitermachen.“ Der Satz ist draußen. Ihr Sprung. Und dann ist sie einfach in der Luft. Erleichtert, dass sie es gesagt hat. Unsicher, was jetzt kommt. Sie schaut in die Gesichter und würde am liebsten hinterherschieben: „Ach, ist schon gut.“ Doch sie lässt ihre Worte stehen. Sie weiß noch nicht, was sich daraus entwickeln wird. Ob die anderen sie gleich verstehen. Wie viele Gespräche es brauchen wird. Zum ersten Mal muss sie das noch nicht wissen, um zu sagen, was für sie stimmt.

Du kannst auch ohne Antwort kommen. Vielleicht kennst du diesen Moment am Spülbecken. Diesen Gedanken, der sich plötzlich nicht mehr überhören lässt. Vielleicht stehst du noch auf deiner Rampe. Vielleicht hast du schon etwas ausgesprochen und fragst dich, wie es weitergeht.
„Ich weiß gerade nur, dass es so nicht weitergeht.“ Das reicht, um unser Gespräch zu beginnen.

Bei mir ist Zeit, dem nachzugehen, was dich beschäftigt.
Im Gespräch kannst du deine eigenen Gedanken hören. Wahrnehmen, was für dich stimmt. Entdecken, was du möchtest. Deine Antwort darf dabei erst entstehen. Wenn der Kopf alles gesagt hat, kommt der Körper zu Wort. Du legst dich hin. Ruhige Berührung. Ich höre weiter zu – mit meinen Händen. Für diesen Moment darf die Frage nach dem Danach offenbleiben. Noch nicht angekommen. Aber schon losgelassen. Genau da wohnt der Mut.

Wenn dich das Thema weiter beschäftigt: Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem perfekten Plan, sondern mit einem ersten machbaren Schritt. Impulse dazu findest du auch hier:
Stressbewältigung & innere Ruhe
● Umgang mit Ängsten
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Falls du unter akuten gesundheitlichen oder psychischen Erkrankungen leidest, empfehle ich dir einen Arzt, Heilpraktiker oder Psychotherapeuten deiner Wahl aufzusuchen.

Über mich

Das Spektrum meiner Energiearbeit ist breit gefächert und unterstützt bei Burnout, Angstbewältigung, Stressbewältigung, Lebenshilfe und Psychologische Beratung. Gönne Dir eine Auszeit: Wellness für die Seele. Meine Esperenten kommen aus dem ganzen Münsterland: Münster, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf, Everswinkel, Ennigerloh, Sendenhorst, Albersloh, Drensteinfurt, Telgte, Ascheberg, Ostbevern, Sassenberg und Ahlen.

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